Die Geschichte von Mixdorf

Hier nun ein Auszug aus der über 635jährigen, bewegten Geschichte von Mixdorf. Besonderer Dank gilt hier Herrn Gerhard Fischbach aus Mixdorf, der mir im Zuge meiner Recherchen Einblick in die Dorfchronik gestattete.

Aus dem Inhalt:

Der Anfang
Die Herrscher und Besitzer Mixdorfs
Interessante Einzelheiten
Mixdorf ab 1945
Mixdorf nach der Wende

 
Der Anfang

Funde aus der Steinzeit (Urnen- u. Steinbeilfunde, Steinhaufenfunde Feuerstätten, gemauerter Kessel, verbrannte Steine, Scherben) belegen, das im Mixdorfer Gebiet schon vor ca. 4000 Jahren Menschen gelebt haben.

 Geschichtsschreibung gibt es erst seit 1518 mit der Verpfändung innerhalb des Amtes Friedland an den Johanniterorden bzw. mit dem Verkauf der Herrschaft Friedland an den Johanniter Ordensmeister Veit von Thümen im Jahre 1533 (einige Quellen nennen das Jahr 1523). 

So ist das eigentliche Gründungsjahr unbekannt. Man geht jedoch davon aus, dass die Gründung im Jahre 1368 im Zuge der Kolonisation unserer Gegend durch das Geschlecht der Askanier stattfand.

Die Herrscher und Besitzer Mixdorfs

1523 erwirbt der Johanniterorden vom Ritter von Köckeritz den größten Teil des damaligen Kreises Lübben(Niederlausitz). 
157o kauft der Orden das Dorf Mixdorf. Mixdorf gehörte zum Amt Friedland mit 14 Dörfern.  
16o6 ist die Jahreszahl in der Wetterfahne der Kirche, der dazugehörige  Doppeladler lässt auf die Oberherrschaft der Habsburger schließen (Böhmen u. Österreich). 
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) verließen die Bauern zeitweilig ihr Dorf. Johann Georg, sächsischer Fürst rückt als "Achtvollstrecker" in die Lausitz ein und lässt seine Soldaten im Amt Friedland hausen, "dass es auch die Türken und Tataren nicht anders hätten machen können". Viele verlassene Bauernhöfe wurden später durch fremde Heimkehrer des Krieges übernommen. 
1635 Frieden zu Prag - Die Niederlausitz fällt an Sachsen, damit auch das Amt Friedland mit Mixdorf. Die Sachsen fühlen sich erst recht als Herren und treiben es ärger denn je. 2 Monate Einquartierung genügen, um die meisten Mixdorfer zu vertreiben. Von 2o Hausstellen wurden 14 verwüstet. Die Äcker bewuchsen mit Wald und wurden später mühsam wieder gerodet.
1756 - 1763 Siebenjähriger Krieg in Mixdorf
König August III. von Sachsen trat dem Bündnis gegen Preußen bei. Mixdorf als Grenzdorf kam in eine gefährliche Lage. 
12.8.1759 Schlacht bei Kunnersdorf
Die geschlagenen preußischen Truppen unter dem "Alten Fritz" ziehen durchs Amt Friedland. Das Mixdorfer Vorwerk wird durch die nachrückenden Russen besetzt. Trotz Zahlung von 3o Talern an die Kosaken (und Österreicher), sowie Unterwürfigkeit plündern sie das Dorf brutal aus. Bewohner werden bettelarm, verstecken sich im Wald und fliehen mit ihrem restlichen Besitz und Vieh ins Amt Friedland. Kosaken verabreichen dem Vorwerkspächter solche Prügel dass er 6 Wochen das Bett hüten musste. 
1810 ? Im Zuge der Säkularisierung hörte das Ordensamt Friedland auf zu bestehen, kam an die Sächsische Regierung und wurde Königlich Sächsisches Amt Friedland
1815 Wiener Kongreß: Die Niederlausitz kommt zu Preußen, damit werden die Mixdorfer zu preußischen Untertanen

Interessante Einzelheiten                                              

Die von 1719 - 1720 errichtete evangelische Kirche wurde in den neunziger Jahren umfangreich restauriert und erstrahlt, vor allem im Dunkeln, durch eine neue Außenbeleuchtung (Elektoinstallation Vogler Hilmar & Sohn) im neuen Glanz. Die jetzige Orgel mit 7 Registern wurde von der traditionsreichen Firma Sauer aus Frankfurt (Oder) (jetzt in Müllrose ansässig) im Jahre 1918 aufgestellt.

In den Jahren 1752/53 gab es große Heuschreckenplagen, die entsprechende Schäden in der Ernte anrichteten und lange in Erinnerung blieben.

Eine Schule wird erst im Jahre 1820 in Nutzung genommen. Gegründet wurde sie ein Jahr zuvor. Die Kinder mussten bis dahin jeden Tag nach Grunow (ca. 5km südlich von Mixdorf) laufen. Nachdem das alte Schulhaus abbrannte, wurde 1867 das jetzige Schulhaus gebaut und 1926 überholt. Sie erhielt Spiel- und Turnplatz sowie einen Schulgarten. In guten Zeiten gingen bis zu 80 Kinder in die Mixdorfer Schule. Jetzt ist sie als solche nicht mehr zu erkennen, darin sind Wohnungen und eine Verkaufsstelle untergebracht.

Das wahrscheinlich älteste Haus von Mixdorf (ca. 300 Jahre) wird heute von der Familie Fischbach bewohnt. Es befindet sich im Dorfzentrum neben dem Gemeindehaus und ist mittlerweile natürlich durch Um- und Anbauten modernisiert worden. 

Mixdorf war ebenso mit der Geschichte von Kupferhammer (heute nur noch Ausflugsziel mit Gaststätte) verbunden, wo sich zwischenzeitlich eine blühende Industrie und Wirtschaft entwickelte (Kupferhammer, Eisenhammer, Mahlmühle, Walkmühle, Schneidemühle, Tuchfabrik, Färberei, Spinnerei, Kontor, Tischlerei, Schmiede usw.) Seinen Höhepunkt hatte Kupferhammer in der Gründerzeit nach 1871. Doch zunehmende Konkurrenz aus dem Umland  und ein Großbrand im Jahre 1880 machte dem ein Ende.

Mixdorf ab 1945                                                         

Am 24.4.1945 wird Mixdorf durch sowjetische Truppen besetzt. Nur das Anwesen des Bürgermeisters F. Galke brennen ab. Das Dorfleben normalisiert sich und der Schulunterricht wird am 5.6.1945 wieder aufgenommen. Planwirtschaft, Ablieferungssoll und Lebensmittelkarten für Arbeiter werden eingeführt. Mit Einführung der DDR-Bezirke gehört Mixdorf zum Bezirk Frankfurt (Oder). Hier noch einige Jahreszahlen:
1960 - Gründung einer LPG Typ I
1961 - Bau eines Kindergartens aus Barackenteilen in der Bahnhofstraße
1969 - Auflösung der Mixdorfer Schule
1970 - Bau des Feuerwehrgerätehauses
1972 - Asphaltierung aller Dorfstraßen
1980/81 - Bau der zentralen Wasserleitung
1985 - Wiederinbetriebnahme der Gaststätte Kupferhammer
1987 - Restaurierung des Kirchturms mit alter Wetterfahne von 1606
1989 - Einweihung der rekonstruierten Gaststätte im Dorfzentrum

Mixdorf nach der Wende

Mixdorf ist das erste Dorf im Land Brandenburg, das 1991 einen Flächenbebauungsplan einreicht und bestätigt bekommt. Vier Neubaugebiete  entstehen und viele Betriebe siedeln sich neu an. Die Einwohnerzahl stieg von ehemals 260 auf jetzt über 1000. Entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hatte die damalige Bürgermeisterin Marlies Janisch. 

Die "Hinzugezogenen" wurden sehr schnell in das Gemeindeleben integriert. In allen Bereichen arbeiten und organisieren sie mit - ob Dorffest, Fastnacht und, und und... - überall sind sie mit dabei.

Im Jahr 2001 wird das Mixdorfer Sport- und Freizeitzentrum eingeweiht und wird mit seinen vielfältigen Angeboten ein Mittelpunkt des Gemeindelebens.

Im Zuge der Gemeindereform im Amt Schlaubetal gehörte Mixdorf nicht zu den Gemeinden, welche sich mit Nachbardörfern zu einer neuen Gemeinde  zusammenschlossen - Mixdorf blieb eigenständig. Aber auch in unserer Gemeinde gibt es noch einige Probleme zu lösen, wie den weiteren Ausbau der Infrastruktur und die Erweiterung des Kindergartens.

Mixdorf hatte am 31.12.2003 1.039 Einwohner. Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von 12,97 km² - das ergibt eine Einwohnerdichte von 80 Einwohner pro km².

Im Jahr 2004 wurde die Mixdorfer Feuerwehr 70 Jahre alt. Dieses Jubiläum war natürlich Schwerpunktthema auf dem alljährlichen Dorffest.

Im selben Jahr wurde auch die Ortsdurchfahrt gründlich erneuert. Der Ortseingang von Müllrose her bekam eine Verkehrsberuhigung und Fußgänger können sich nun durchgängig auf einem Bürgersteig sicher fühlen. Außerdem bekam der Kindergarten einen Erweiterungsbau, der allein aus dem Gemeindehaushalt finanziert wurde. Über mehr Platz freuten sich vor allem unsere Kleinen.

Für neue und natürlich alte Informationen bin ich immer sehr dankbar!
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Aktualisierung 12.04.2011
© 2003 - 2011 Holger Müller

 

 

 

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